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Schneeleoparden in Ladakh – Indien fotografieren.
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Schneeleoparden in Indien fotografieren - Indien Fotoreisen

Schneeleoparden in Ladakh – Indien fotografieren.

Den Himalaya zu bereisen und Schneeleoparden zu fotografieren war seit Jahren ein sehr großer Traum von mir.
Ich war sofort angetan von dieser beindruckenden Bergwelt, als ich bereits vor einigen Jahren in Nepal unterwegs war. Damals allerdings mehr, um dort die kulturellen Stätten zu besuchen und vielleicht mal vom Weiten einen Blick auf den Mount Everest zu werfen.
Ende Februar 2018 war es dann wieder soweit – ich bin mit keiner allzu großen Erwartungshaltung von Hamburg nach Indien aufgebrochen, denn ich wusste wie schwierig es ist dieser Katze zu begegnen. Mein größter Wunsch war es dennoch, wenigstens einmal während dieser Tour, einen Schneeleoparden zu sehen. Diesen dann auch noch zu fotografieren, daran hatte ich nicht wirklich geglaubt!
Mein Flug führte mich von Deutschland aus über Delhi nach Leh, der Hauptstadt Ladakhs – Ladakh wiederum ist ein Teil vom nördlichsten indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir.
Die Stadt Leh liegt auf ca. 3500 Metern Höhe und das merkt man auch gleich, sobald man aus dem Flieger steigt. Deswegen verbrachte ich die ersten beiden Tage zur Akklimatisierung in Leh – den ersten Tag blieb ich komplett im Hotel. Am zweiten Tag unternahm ich mit meinem Guide und dem Fahrer eine Tour durch das Industal und ins ‚Miru Valley‘, wo ich schon die ersten Yaks (Bos mutus) und Blauschafe (Bharal – Pseudois nayaur) sehen konnte.
Auf dieser ersten Tagestour besuchten wir auch das Kloster Thiksey (Bild 1), das sicherlich neben den vielen anderen Klöstern (wie z.B. die Klöster Hemis und Spituk) und alten Palästen (z.B. Shey Palace) zu den bekanntesten Fotomotiven in der Gegend um Leh zählt. Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich in den besuchten, teils sehr weitläufigen Anlagen immer mit meinem Guide allein war – da im Winter Nebensaison ist und die meisten (Wander-) Touristen im Sommer nach Ladakh reisen.
Die Kloster- und Tempelanlagen sind im Winter nur zu den Festivalwochenenden, zumeist von den Ladakhis, gut besucht.
Das Kloster Thiksey ist eine buddhistische Tempel- und Klosteranlage, etwa 18 km von Leh entfernt. Das Kloster liegt in fast 3300 m Höhe auf einem Hügel im oberen Industal.

Vor dem Kloster Thiksey (im HG) findet sich eine riesige Gebetsmauer mit sehr schön gemeißelten Gebetssteinen.

Klosterfestival in Stok Guru Tsechu - das Festival ist bekannt durch die Maskentänze, die von den Priestern des berühmten Spituk Klosters in Ladakh aufgeführt werden.

Das Klosterfestival in Stok ist berühmt für die Aufführungen verschiedenster Maskentänze der buddhistischen Mönche.

Am dritten Tag ging es dann endlich los ins Ulley Valley, in das Tal der Schneeleoparden – die ca. 2,5 stündige Fahrt führte zunächst entlang des Indus und dann in weiter davon entlegene kleinere, aber höher gelegene (Seiten-) Täler. Die Straßen wurden immer schmaler und die Abhänge immer steiler, aber dennoch hatte ich nie das Gefühl von Unsicherheit – mein Fahrer steuerte mit ’seiner‘ indischen Gelassenheit unseren Zielort an.
Im Nachbartal von Ulley liegt das Dorf Yangthang - auch hier sind die Sichtungen von Schneeleoparden sehr gut - auf meiner Reise konnte ich hier meinen ersten wildlebenden Wölfe (Tibetan wolf - Canis lupus filchneri) begegnen.

Auf der Fahrt von Leh nach Ulley kommt man an dem Dorf Yangthang vorbei. Yangthang liegt ca. 30 Autominuten von Ulley entfernt und in dieser Gegend haben wir auch in den folgenden Tagen des öfteren nach Schneeleoparden gesucht.

Ulley - das Tal der Schneeleoparden. Am Ende dieser Strasse liegt der Ort Ulley (3-4 Häuser) auf ca. 4100 Metern Höhe.

Ulley – das Tal der Schneeleoparden. Am Ende dieser Straße liegt der gleichnamige Ort Ulley (3-4 Häuser) auf ca. 4100 Metern Höhe. Im Hintergrund zeichnen sich Berggipfel von bis zu 6000 Metern Höhe ab.

Schließlich endete die Fahrt in dem namensgleichen Ort Ulley, wo ich mein Bett für die nächsten fünf Tage auf knapp 4100 Metern Höhe vorfand. Die Unterkunft war für die Gegend besser als erwartet – ich hatte ein beheizbares Zimmer, mit einem bequemen Bett. Fließend Wasser war in meinem Badezimmer nicht vorhanden, da die Wasseranschlüsse wegen der kalten Witterung hier im Winter abgestellt werden. Zum Waschen wurden Eimer mit kaltem und warmen Wasser morgens sowie abends ins Badezimmer gestellt.
Ein Haus in Ulley - ein typisches altes Haus in dem die meisten Ladakhis heutzutage wohnen.

Eines der wenigen Häuser in Ulley – dieses typische alte Wohnhaus ist mehrere hundert Jahre alt.

Nachdem ich gegen Mittag in Ulley angekommen war, teilte man mir mit, dass es gute Chancen gibt gegen Abend evtl. einen Schneeleoparden zu sehen. Die Spotter hatten Spuren unweit der Lodge gesehen und diese führten auf die andere Seite des Tales, jedoch gab es zu diesen Spuren am selbigen Morgen auch (noch) keine Sichtung. Tagsüber lag der Leo wahrscheinlich irgendwo in einer Felsspalte und konnte somit von den Spottern auch nicht ausgemacht werden. Man erklärte mir, dass die Schneeleoparden normalerweise später am Nachmittag wieder aktiver werden… und so hoffte ich auf mein Glück.
Ich nahm meinen Fotorucksack plus Stativ und machte mich gleich auf dem Weg zu den Spottern, die schon den ganzen Tag draußen waren und ununterbrochen nach einer Bewegung auf den Berghängen suchten. Oberhalb meiner Unterkunft waren 4 Spotter mit Spektiven versammelt bei denen ich mich als Neuankömmling erst einmal vorstellte. Wir kamen sofort ins Gespräch und ich konnte gleich all die Fragen stellen, die mich schon immer zu Schneeleoparden bewegt haben. In erster Linie wollte ich aber ein Gefühl für mich entwickeln, ob ich es hier schaffen kann am Ende meiner Reise mit einem Foto vom ‚Geist des Himalayas‘ wieder nach Hause zu reisen.
Nun hieß es geduldig zu sein. Die Stunden vergingen und in wenigen Minuten würde es bereits anfangen zu dämmern. Es schien als würde das Warten und Hoffen heute keinen Erfolg bringen…
Und doch schon ein paar Minuten später hieß es in heller Aufregung ‚there is movement‘!
Alle Spotter schauten nach oben und zeigten in dieselbe Richtung. Für mich war zunächst kein Schneeleopard zu erkennen. So sehr ich mich auch anstrengte, ich sah ihn einfach nicht. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Schneeleoparden extrem gut getarnt sind und sich kaum vom umgebenden Gestein abzeichnen. Und dann reden wir hier auch noch von einer Distanz von mehr als einem Kilometer!
Erst als der Schneeleopard ein paar Sekunden später auf dem Grad des Berges erschien konnte ich ihn erfassen und fotografieren.
Ich hatte ein Foto von einem wildlebenden Schneeleoparden gemacht!
Ich war mit dem Team von Tsewang Norboo unterwegs. Norboo ist ein Mensch, der mich sehr beeindruckt hat – und man spürt förmlich wie sehr er mit der Natur in dieser einzigartigen Bergwelt verbunden ist. Das folgende Video in full HD ist absolut sehenswert, denn Norboo erzählt aus seinem Leben und man bekommt eine Menge an Informationen über den Schneeleoparden. Zudem transportiert das Video sehr subtil die Atmosphäre dort vor Ort, die ich für ein paar Tage inhalieren durfte.
Und wer schon immer mal den Ruf eines Schneeleoparden hören wollte – geht im Film an Stelle 12:03 min. Diesen Rufe hört man nur zur Paarungszeit, ca. von Dezember bis März, da die Schneeleoparden zum Anfang des Sommers ihre Jungen bekommen. Auch ich konnte auf meiner Reise diesen Ruf 4-5 mal hören und ich kann nur sagen, es hat etwas Magisches:
‚A snow leopard is as beautiful as ten women
as strong as ten men
and as wise as ten astronomers‘
– Ladakhi proverb –
Norboo hat um sich – und mit seinen Söhnen – ein starkes Team von Spottern und Guides aufgebaut. Weiterhin ist er mit den angrenzenden Tälern sehr gut vernetzt und dort in der Gegend eine große Respektperson. Gibt es in den umliegenden Tälern etwas Besonderes zu sehen, so kann man davon ausgehen, das diese Information auch als erstes bei Norboo ankommt.
Denn nachdem ich mein erstes Schneeleopardenfoto gemacht hatte und sich der Schneeleopard über den Grad verdrückt hatte bekam ich gesagt: „Im Nachbartal bei Yangthang haben Wölfe ein ‚Dzo‘ oder auch ‚Zho‘ (eine Kreuzung aus Yak und Hausrind) gerissen und wir müssen sofort aufbrechen.“ Als wir im Dunkeln wieder in Ulley ankamen hatte ich an diesem ersten Nachmittag einen Schneeleoparden und meine ersten wildlebenden Wölfe (Tibetan wolf – Canis lupus filchneri) gesehen bzw. auch fotografieren können. Ich konnte mein Glück nicht fassen.

Die letzten beiden Tage meines Aufenthaltes in Ulley sollten für mich überraschenderweise aber noch einmal ein weiteres, sehr besonderes Erlebnis liefern.
Am vorletzten Abend bekam ich von meinem Guide Morup die Information, dass ein Schneeleopard am späten Nachmittag in einem angrenzenden Tal – ca. 30 min. Fahrtzeit von Ulley – Beute gemacht hatte. Wieder war es ein Dzo, und das bedeutete, dass der Schneeleopard sich sicherlich in den nächsten Tagen dort aufhalten würde.
Früh morgens im Dunkeln brachen wir rechtzeitig auf, so dass wir mit dem ersten Dämmerlicht rechtzeitig am Ort des Geschehens ankamen. Die folgenden zwei Tage bis zu meiner Abreise sollten sehr besonders werden, denn es hieß einen Schneeleoparden zu sehen, ihn auch zu fotografieren und das im Prinzip jeweils den ganzen Tag über.
Früh morgens bei unserem Eintreffen am Ort des Geschehens zog sich der Schneeleopard langsam, für uns immer in Sichtweite bleibend, auf sehr weit hoch gelegene Granitfelsen zurück. Die Beute behielt er stets im Blick, aber die Fotodistanz war wieder sehr groß (schätzungsweise 500 bis 800 Meter).

Am darauf folgenden Tag sollte sich das noch verbessern: Der Schneeleopard (nach Aussage des Teams ein ca. 4-jähriges Männchen, in bester Verfassung) hielt sich nun den ganzen Tag in der Nähe der alten Kloster- bzw. Tempelanlagen (siehe folgende Fotos) auf. Zumeist oberhalb, aber er kam auch glücklicherweise noch weiter nach unten – nämlich dorthin wo seine Beute zwischen einer Felsspalte gelegen haben musste. Einen Blick auf seine Beute konnten wir nicht werfen, aber es war ziemlich offensichtlich wo diese lag. Denn dahin zog es ihn immer wieder, unter anderem auch um die vielen Elstern, die dann zahlreich aufflogen, von seiner Beute zu verscheuchen.

Die dichteste Fotoentfernung lag bei ungefähr 150 Metern. Und am Ende steht, wie so oft in der Wildlife-Fotografie, die Erkenntnis: Glück gehört dazu!

Die Szenerie an meinen letzten zwei Tagen: Ein Schneeleopard, ein ca. 4 jähriges Männchen, hatte glücklicherweise im Nebental Beute gemacht.

Das war die Szenerie – eingekreist in weiter Entfernung sitzt der Schneeleopard auf einem Granitfelsen, oberhalb alter und verlassener Tempelanlagen.

Der Schneeleopard blieb immer in unmittelbarer Nähe zu seinem Kill, den er vor allem gegen die Elstern und Füchse verteidigte.

Mit etwas mehr Brennweite kann man den Schneeleoparden jetzt schon ein wenig besser erkennen.

Die Beute lag unterhalb dieser alten verlassenen Häuser, nicht einsehbar, in einer Felsspalte. Und wenn der Schneeleopard zum Fressen ging, so wählte er immer den Weg entlang dieser Steinmauern.

Die Beute lag unterhalb dieser alten verlassenen Häuser, nicht einsehbar, in einer Felsspalte. Wenn der Schneeleopard zum Fressen ging, oder die vielen Elstern vom Kill verjagte, wählte er immer den Weg entlang dieser Steinmauern. Dort wo die Elstern aufflogen – musste der Kill sein.

Mein Dank geht an das gesamte Team von Norboo in Ulley - selten habe ich auf meinen Reisen so freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen.

Mein Dank geht an das gesamte Team von Tsewang Norboo in Ulley – selten habe ich auf meinen Reisen so freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen.

Mein Guide in den Bergen. Thank you, Morup - what a great time we had.

Mein besonderer Dank gilt meinem Guide Morup Namgail, der jüngste Sohn von Norboo. Selbst längeres Ansitzen im Tarnzelt war für ihn kein Problem – Thank you so much, dear Morup, for this experience – what a great time we had in the mountains.

Stephan Tuengler

Stephan Tuengler, Inhaber von In AFRICA – In INDIA.

Ladakh war für mich natürlich auch eine sehr ‚kalte‘ Erfahrung, da ich bis jetzt die meiste Zeit meiner naturfotografischen Tätigkeit in Afrika verbracht habe.
Diese Erfahrung im Himalaya möchte ich jedoch nicht missen, und ich könnte mir vorstellen schon bald wieder dort hinzureisen. Ja, ich hatte eine Menge Glück, aber es ist sicherlich nicht nur das – dort oben in über 4000 Metern Höhe zu stehen und zu wissen, hier gibt es Schneeleoparden, ist ein besonderes Gefühl. Und das in dieser faszinierenden Bergwelt mit dem täglichen Blick auf die Sechs- bis Siebentausender…

Herzliche Grüße euer

 

 

Wer mit In AFRICA – In INDIA zu den Schneeleoparden reisen möchte, schreibt mich am besten hier über das Kontaktformular an:

>Infos zu den Schneeleopardentouren in 2019   – diese können von Januar bis März von 1 bis 4 Personen individuell gebucht werden, Dauer ca. 1o Tage vor Ort.
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